Venerologie

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Die moderne Behandlung von Geschlechtskrankheiten

Venerologie ist die Lehre von den sexuell übertragbaren Erkrankungen, die früher – als man noch an eine alleinige Übertragungsmöglichkeit durch den Geschlechtsverkehr glaubte – als „Geschlechtskrankheiten“ bezeichnet wurden.

Da sich viele der klassischen Formen dieser Erkrankungen, der sogenannten „klassischen Geschlechtskrankheiten“, an der Haut manifestieren, war die Venerologie von jeher eine Domäne der Dermatologen (Hautärzte).

Ein Venerologe ist ein Facharzt für Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Die offizielle Berufsbezeichnung lautet „Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten“. Die Weiterbildung zum Facharzt erfolgt in Deutschland nach der aktuellen (2005) Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer verzahnt mit der Ausbildung zum Dermatologen.

Prof. Dr. med. H. M. Ockenfels und Dr. med. C. Sauter sind die Fachärzte der Haut- und Allergiepraxis am Klinikum Hanau für diesen Behandlungsbereich.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist Venerologie?

Venerologie ist das medizinische Fachgebiet für sexuell übertragbare Infektionen und ihre Behandlung. In Deutschland gehört es zum Bereich Haut- und Geschlechtskrankheiten, weil sich viele dieser Erkrankungen an Haut und Schleimhäuten zeigen und dort besonders gut erkannt, eingeordnet und behandelt werden können.

Ein Hautarzt ist für Geschlechtskrankheiten zuständig, weil viele sexuell übertragbare Infektionen zuerst an Haut und Schleimhäuten sichtbar werden. Das gilt besonders bei Ausschlag, Bläschen, Warzen, Geschwüren oder anderen auffälligen Veränderungen im Intimbereich, weshalb Dermatologie und Venerologie in Deutschland eng zusammengehören.

Sie sollten einen Termin vereinbaren, wenn Sie Beschwerden im Intimbereich haben, eine Partnerperson positiv getestet wurde oder Sie nach einem Risikokontakt unsicher sind. Auch ohne Symptome ist eine Abklärung sinnvoll, weil viele STI unbemerkt verlaufen und eine frühe Behandlung Komplikationen sowie weitere Ansteckungen verringern kann.

Typische Anzeichen sind Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen, Hautveränderungen, Bläschen, Warzen oder Schleimhautbeschwerden im Genital-, Anal- oder Mundbereich. Je nach Erreger können die Symptome sehr unterschiedlich sein oder nur leicht ausfallen, sodass auffällige Veränderungen nicht auf eigene Faust gedeutet, sondern ärztlich abgeklärt werden sollten.

Ja, viele Geschlechtskrankheiten verlaufen zunächst ohne spürbare Symptome. Das ist medizinisch wichtig, weil Infektionen dann unbemerkt weitergegeben werden können und trotzdem Folgeschäden verursachen können, weshalb Tests bei Verdacht, nach Risikokontakt oder bei häufig wechselnden Partnern sinnvoll sind.

In der Venerologie werden häufig Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis, Genitalherpes und HPV-bedingte Genitalwarzen abgeklärt. Diese Infektionen betreffen oft Haut, Schleimhäute, Harnwege, Enddarm oder Rachen, sodass ähnliche Beschwerden unterschiedliche Ursachen haben können und eine gezielte Differenzialdiagnose wichtig ist.

Ja, viele sexuell übertragbare Infektionen können auch beim Oral- oder Analverkehr übertragen werden. Manche Erreger befallen dabei nicht nur den Genitalbereich, sondern auch Rachen oder Enddarm, und einige werden zusätzlich über direkten Haut- und Schleimhautkontakt weitergegeben.

Die Untersuchung beginnt meist mit einem kurzen Gespräch zu Beschwerden, möglichen Kontaktwegen und betroffenen Körperstellen. Danach folgen je nach Befund eine Sichtuntersuchung von Haut und Schleimhäuten sowie gezielte Proben wie Abstriche, Urin- oder Blutuntersuchungen, damit die Ursache nicht nur vermutet, sondern sicher unterschieden wird.

Zum Einsatz kommen je nach Verdacht Abstriche, Urinproben, Bluttests und weitere Labornachweise. Entscheidend ist, dass von der richtigen Körperstelle getestet wird, weil Infektionen nicht nur im Genitalbereich, sondern auch im Rachen oder Enddarm sitzen können und sonst leicht übersehen werden.

Geschlechtskrankheiten werden heute zielgerichtet nach Ursache behandelt. Bakterielle Infektionen werden meist mit Antibiotika therapiert, während bei viralen Erkrankungen je nach Befund Medikamente zur Linderung, Verkürzung des Verlaufs oder lokale Verfahren eingesetzt werden; deshalb ist vor der Therapie eine genaue Diagnose besonders wichtig.

Ja, häufig sollten Sexualpartnerinnen oder Sexualpartner mituntersucht oder mitbehandelt werden. Das ist besonders wichtig bei bakteriellen STI wie Chlamydien, Gonorrhö oder Syphilis, weil sonst trotz Therapie erneute Ansteckungen, fortgesetzte Übertragungen und sogenannte Ping-Pong-Effekte entstehen können.

Ja, bis zur gesicherten Entwarnung sollte auf Sex verzichtet werden. Bei mehreren STI empfehlen offizielle Gesundheitsinformationen, sexuelle Kontakte während der Behandlung ruhen zu lassen und erst nach erfolgreichem Abschluss oder nach ärztlicher Freigabe wieder aufzunehmen, um andere nicht anzustecken und Rückinfektionen zu vermeiden.

Unbehandelte Geschlechtskrankheiten können andere anstecken und teils ernsthafte Folgeschäden verursachen. Je nach Infektion reichen die Risiken von aufsteigenden Entzündungen und Fruchtbarkeitsproblemen bis zu bleibenden Organ- oder Nervenschäden, weshalb eine frühe Diagnose und passende Therapie medizinisch sehr wichtig sind.

Kondome senken das Risiko deutlich, schützen aber nicht vollständig vor Geschlechtskrankheiten. Der Grund ist, dass manche Erreger auch über Haut- oder Schleimhautbereiche außerhalb des vom Kondom bedeckten Bereichs übertragen werden, etwa bei Syphilis, Genitalherpes oder HPV.

Ja, gegen einige sexuell übertragbare Infektionen gibt es Impfungen. Besonders wichtig ist die HPV-Impfung, außerdem stehen Impfungen gegen Hepatitis A und B zur Verfügung; eine direkte Standardimpfung gegen Gonorrhö gibt es bisher nicht, auch wenn einzelne Meningokokken-B-Impfstoffe möglicherweise eine Teilwirkung haben.